#130 Anne Luther und Thomas Kasper, Paritätischer Wohlfahrtsverband Berlin

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00:00:10: Hallo und herzlich willkommen zurück bei Herr Fechner, mein Name ist Marco Fechne.

00:00:14: Dies ist die letzte Episode vor der Berliner Abgeordnetenhauswahl in dem Fall mit der Nummer einhundertunddreißig.

00:00:20: Und ich möchte mir heute mal ein paar Antworten abholen vom Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband Landesverband Berlin.

00:00:30: Mir gegenüber sitzen Anne Lutter und Thomas Kaspar Schinguntach.

00:00:34: Ja, schönen guten

00:00:35: Tag.

00:00:35: Ich freue mich, dass Sie sich die Zeit nehmen!

00:00:38: Ich würde mal ganz kurz anfangen mit der Frage um einfach die Hörerinnen und Hörern ein bisschen abzuholen was ist der deutsche paritätische Wohlfahrtsverband?

00:00:46: Was machen sie hier?

00:00:48: Der Paritätische Wolffahrtverband untergliedet sich in Dach- und Spitzenverband.

00:00:52: als Dachverband vertreten wir unsere Mitglieder.

00:00:57: Wir unterhalten uns mit der Politik, mit den Verantwortlichen im Land und gucken welche Vereinbarung geschlossen werden können damit die Leistungserbringer gut arbeiten können.

00:01:11: Und als Spitzenverband gucken wir für unser Klientel – für die Kinder- und Jugendlichen und Familien in meinem Fall wie wir die Bedingungen verbessern können, damit Familien gestärkt sind und Kinder und Jugendliche einen guten Start ins Leben haben, die ein Bedarf

00:01:25: haben.".

00:01:28: Ich würde das unbedingt unterschreiben, ich würde auch sagen ganz praktisch gesehen beschäftigen wir uns mit den Belangen der Kinder und Familien also aller Menschen in dieser Stadt.

00:01:35: Und wir haben unter paritätischen Dach über achthundert Mitgliedsorganisationen die sich täglich für diese Menschen in der Stadt einsetzen und für sie versuchen wir gemeinsam mit Politik und Verwaltung gute Arbeitsbedingungen herbeizuführen.

00:01:47: Okay jetzt haben Sie gerade ein paar Stichwort auch schon gesagt.

00:01:52: was sind denn so aus Ihrer Sicht im Moment so die größten Baustellen?

00:01:56: in Berlin im Bereich Bildung, Jugend und Familie.

00:01:58: Ganz große Frage.

00:01:59: ganz offen können Sie sich jetzt selber überlegen ob sie eine Stunde referieren oder ob es kurz handschneiden?

00:02:06: Oder was dazwischen?

00:02:08: Ja dann fange ich auch mal hier wieder an.

00:02:11: Grundsätzlich haben wir momentan eine sehr schwierige Zeit sowohl auf Bundesebene als auch auf Landesebene.

00:02:20: Ich spreche jetzt weiterhin für meinen Bereich.

00:02:23: Es ist so, dass Familien, Kinder und Jugendliche derzeit häufig als Kostenfaktor gesehen werden.

00:02:29: Das heißt also im Grunde genommen der Grundgedanke die Familien-, Kinder- und Jugendlichen zu stärken wie ich gerade schon sagte den einen guten Staat ins Leben zu ermöglichen bzw.

00:02:37: Familien so zu stärkern das sie gut zusammenleben können.

00:02:41: Das gerät immer mehr in den Hintergrund weil einfach überall immer das Thema Geld ist dass nicht die Mittel zur Verfügung gestellt werden, die wir in diesem Land und besonders auch in Berlin brauchen.

00:02:56: Dieses ganze Sparen führt immer mehr zu einen Auseinanderklaffen von dem was eigentlich gesetzliche Ansprüche sind und dem was dann in Wirklichkeit passiert.

00:03:08: Ich habe letztens mal, fällt mir gerade ein recht guten Vergleich gehört Wenn im Straßenverkehr so die bundes- und landesrechtlichen Gesetze umgesetzt werden würden wie in der Kinder- und Jugendhilfe würde sich keiner mehr auf die Straße trauen.

00:03:22: Und das ist schon ein recht gutes Bild, weil wir hatten in den letzten Jahren viele bundesgesetzliche Veränderungen auch, Kinder-und Jugendstärkungsgesetz, Bundestaghabegesetz aber von diesen Bundesgesetzen gegen keine Gelder in die Länder haben es dementsprechend nicht richtig umgesetzt umsetzen können.

00:03:41: Und so dass wir jetzt halt die Situation haben, dass ja ... Die Theorie und die Praxis sehr weit auseinander klaffen.

00:03:50: Das ist eine sehr, sehr ungünstige Entwicklung.

00:03:53: Das sieht man hier auch im Land Berlin.

00:03:55: Kann ich gleich einen kleinen Schwenk rüber machen in den Schulbereich weil wir ja im Kinder- und Jugendbereich also im Hilfe zu Erziehungbereich unter Eingliederungshilfe mit der Schulassistenz zu tun haben.

00:04:05: Und da sieht man ja, wie groß die Lücke dann immer klafft zwischen dem eigentlichen Anspruch des inklusiven Schulsystems und das was denn tatsächlich im Alltag passiert.

00:04:15: Das ist ja mein Stichwort als Referentin für schulbezogene Jugendhilfe hier beim paritätischen.

00:04:20: Ich würde da anschließen und sagen eine große Baustelle, die wir sehen, ist die naja im Grunde genommen die Lücke zwischen den Rechten, die Kinder und Familien haben und dem was tatsächlich umgesetzt wird und bei ihnen am Alltag ankommt dem Grunde nach klare gesetzliche Vorgaben.

00:04:36: Wir sehen aber und dazu gab es jetzt in der aktuellen Legislatur, zum Beispiel von der Senatorin Katharina Günther Wünsch einen runden Tisch zum Thema Inklusion, Autismus und komplexe Unterstützungsbedarfe weil wir eine sehr hohe Zahl zunächst stand da eine Zahl von über zweitausend im Raum.

00:04:54: wahrscheinlich bei einer Zahl von neunhundertsechsendreißig, die wir am runden Tisch besprochen haben.

00:04:58: Wir haben also eine ganz signifikante hohe Zahl an Kindern, die nicht kontinuierlich oder gar nicht beschult werden unter inklusiven Gesichtspunkten, obwohl auf dem Papier und dem Recht nach alle Berliner Schulen inklusive Ganztagsschulen

00:05:11: sind.".

00:05:12: Und da kann man sich schon die Frage stellen wie kommt zu dieser Lücke zwischen dem eigentlichen Anspruch und dem was wir dann in der Realität feststellen?

00:05:21: wo wir also deutlich hinter unserem Anspruch zurückbleiben.

00:05:23: Das Zweite, was ich sagen würde sind verlässliche Rahmenbedingungen, die wir brauchen und zwar für alle Akteurinnen in diesem Feld sowohl für die Familien – die habe ich gerade schon angesprochen – als auch für die Fachkräfte und die Träger, die die Fachkraft beschäftigen und die die Angebote umsetzen.

00:05:41: Wir stellen zunehmend fest das Trägar Kurze Verträge bekommen.

00:05:47: Wir haben jetzt gerade in Neukölln die Ankündigung, dass es im nächsten Jahr für die Leistung der Jugendhilfe erst mal sechs monatige Verträge geben soll.

00:05:57: Wir hatten in den vergangenen Jahren zum Teil drei monatigen Verträge, manchmal kommen Verträge für das laufende Jahr erst im April oder sogar noch später an und das macht was mit den Fachkräften mit den Trägern, die die Angebote umsetzen.

00:06:10: Das ist nicht das, was wir unter zuverlässiger und vertrauensvoller Zusammenarbeit in der Verantwortungsgemeinschaft verstehen.

00:06:17: Und das Dritte, was ich gerne noch ansprechen würde, ist dass wir auch Themen wie Kinder- und Jugendarmut stärker als Fragen der Teilhabe und als übergreifende Fragen betrachten sollten – und nicht in parallelen strengen Nebeneinander.

00:06:34: Pisa hat das jetzt gerade noch mal ganz gut gezeigt.

00:06:36: Ich will jetzt gar nicht eine Debatte um den nächsten Pisaschock aufmachen, aber es ist ganz deutlich geworden auch an dieser Stelle wieder, dass es uns eben nicht gelingt die soziale Herkunft und dem Bildungserfolg voneinander zu entcoppeln.

00:06:47: Und auch da glaube ich müssen wir uns mehr damit beschäftigen was wirksame Antworten auf diese Fragen sein könnten.

00:06:52: Nur ne ganz kurze Zeitmarke weil sie gerade gesagt hat ein Pisa heute ist der elfte neunte Um das zeitlich einzuordnen.

00:06:59: Sie sagen jetzt gerade Beide mehr oder weniger, dass es eine Lücke gibt zwischen dem was an gesetzlichen Ansprüchen besteht und dem was tatsächlich umgesetzt wird.

00:07:10: Können Sie das irgendwie einordnen woran das liegt?

00:07:14: Oder wie man sich da sozusagen um die Erfüllung dieser Ansprüche... Ich sage es jetzt mal ein bisschen unakademisch drückt vielleicht.

00:07:23: Also wenn wir hier genau bei Berlin bleiben, dann haben wir das System, was ich schon kurz angeteasert hatte.

00:07:28: Dass wir Bundesgesetze haben die dann runtergebrochen werden aufs Land also auf jedes einzelne Bundesland und dort aber auch finanziell nicht gut ausgestattet worden sind bzw teilweise ja gar nicht so dass denn hier eine finanzielle Lücke in den jeweiligen Ländern dann schon auftritt.

00:07:46: Und dann kommt es halt dazu jetzt bleibe ich ganz speziell bei Berlin dass ja diese Nahtverwaltung für Finanzen an den Jugendbereich klare Vorgaben gibt und die Jugendbereiche dann anfangen kreativ Ideen zu haben, wie sie denn diese Vorschläge bzw.

00:08:06: diesen Zwang zum Sparenden umsetzen?

00:08:09: Und da haben wir die Situation das wir hier im Land zwölf verschiedene Jugendämte haben und jedes Jugendamt wird dort ohne das dispektierlich zu meinen anders kreative.

00:08:19: Also hier auch noch mal ein Beispiel, gerade die jungen Volljährigen, die wir hier gerade in Berlin haben.

00:08:24: Die ist sehr angespannt.

00:08:26: Wir haben eigentlich Bundesgesetze den A-Vorhilfeplanung, die eigentlich ganz klar die Rechte dieser Personengruppe stärkt.

00:08:36: In der Realität sieht es aber so aus dass die Jugendärmter Schreiben rausgeben wie sie das definieren und die stehen im klaren Widerspruch dazu.

00:08:45: Ganz kurz also diese Regelung Im Grunde-Regel war passiert, wenn der Jugendliche achtzehn wird und aus der Jugendhilfe rausfällt.

00:08:50: Wie es dann weitergeht?

00:08:52: Genau aber eigentlich besagt ist das bis zum einundzwanzigsten Lebensjahr in Einzelfällen auch bis zum siebenundzwannsichts Jahr.

00:08:57: Und das macht doch Sinn!

00:08:58: Wir müssen mal gucken.

00:09:00: Statistisch ist es so in Deutschland dass mit dreinzwanzichkommar neun Jahren einen Jugendlicher das Elternhaus verlässt.

00:09:06: Dann hat er immer noch seinen ganzen familiären Background.

00:09:08: Er hat noch diese ganzen Ressourcen.

00:09:10: die Eltern helfen bei der Wohnungssuche, bei Wohnungseinrichtungen.

00:09:14: Sie sind immer da, wenn es irgendwelche Fragen gibt.

00:09:16: Von den Kinder und Jugendlichen, die wir sprechen konnten nicht mehr zu Hause leben aus verschiedensten Gründen.

00:09:22: Diese Jugendlichen haben häufig auch einen eigenen Bedarf.

00:09:26: Das Thema psychische Erkrankung nimmt in Berlin immer mehr zu.

00:09:29: Es gibt also unterschiedlichste Bedarfslagen.

00:09:30: bei diesen Kinder- und Jugendliche.

00:09:32: sagt man jetzt ja mit achtzehn neunzen Da muss doch langsam mal die Jugendhilfe abgeschlossen sein Die kosten zu viel Geld.

00:09:39: dann gibt das auch so Zusammenhänge, die da gefunden werden, dass viele Kinder und Jugendliche in den Einrichtungen eigentlich nur noch leben weil in Berlin kein Wohnraum zur Verfügung steht.

00:09:50: Aber dann wie gesagt müssen wir uns das angucken.

00:09:52: also wir reden hier von achtzehn- neunzenjährigen, die dann auf einmal alleine leben sollen trotz ihrer schwierigen Startbedingung und dann nicht mal irgendwelche familiären Ressourcen haben, die ihnen dabei helfen.

00:10:03: Und das ist eine sehr schwache Gruppe, denn mit achtzehnten hört auch natürlich Kinderschutz auf mit Volljährigkeit.

00:10:08: Und das heißt, diese Kinder und Jugendlichen werden verstärkt in Berlin in Asok-Einrichtung.

00:10:12: Also Obdachloseinrichtungen denn untergebracht.

00:10:16: Wie dort die Situationen sind im Zusammenhang mit einem noch sich in Entwicklung befinden Jugendlichen?

00:10:22: Das kann man sich denken, dass das nicht gerade dazu führt, dass da gute Startchancen entwickelt werden.

00:10:26: Und das wie herum ist aus meiner Sicht sehr kurz gedacht weil wir reden von der nächsten Generation, die diese Gesellschaft auch tragen sollen.

00:10:34: Unabhängig von ihrem eigenen Recht Teilhabe am gesellschaftlichen Leben haben möchten und auch sollen.

00:10:39: Es ist ja so, dass wir hier in andere Systeme die Kinder- und Jugendlichen dann häufig bloß reinschrieben.

00:10:46: Das heißt dem Land Berlin entstehen trotzdem Kosten oder halt den Bund also dem Bundesland an sich, also dem Land Deutschland entstehen ja trotzdem Kosten.

00:10:55: Und das finde ich immer sehr kurz gedacht, dass so Ressort eigentlich eingrenzt nur geguckt wird oder häufig auch das Gefühl entsteht es wird nur Legislaturperioden mäßig geguckt Und das große und ganze wird aus dem Auge verloren.

00:11:08: Das ist etwas, was ich finde eine sehr negative Entwicklung ist.

00:11:14: Also sagen Sie jetzt im Grunde, wenn ich noch mal auf das zurückkomme, was Sie ganz eingangs gesagt haben, dass eigentlich der Bund an dieser Stelle wahrscheinlich die Finanzierung übernehmen müsste, wenn er sagt wir schaffen hier die rechtlichen Regelungen dafür

00:11:23: damit die Bundesländer

00:11:24: sich nicht rausnehmen können?

00:11:25: Genau, das ist ja das eigentliche Konnexitätsprinzip und da gab es dieses Jahr auch zwischen Bund und Länder in der Einigung nur... Diese gilt nicht rückwirkend.

00:11:32: Das heißt also gerade so was wie Kinder- und Jugendstärkungsgesetz oder Bundestallhabegesetz, die sind davon dann nicht mehr inbegriffen verursachen aber weiterhin ja noch diese Thematiken.

00:11:42: Also das ist ja auch so.

00:11:43: ein weiterer Punkt dass viele gesetzliche Grundlagen geschaffen worden sind, die aber gar nicht in Gänze umgesetzt werden und da auch gar nicht geguckt wird was wirkt, was nicht wirkt.

00:11:53: Und dann kommt häufig schon wieder die neue Idee, ein neues Gesetz und man hat noch gar nicht das alte richtig abgeschlossen.

00:11:59: bzw.

00:12:00: das neue Gesetz baut auf etwas auf was eigentlich als Grundlage schon mit dem alten Gesetz gegeben sein sollte.

00:12:05: aber in der Realität ist es nicht so.

00:12:06: Da müssen wir uns ja nur angucken den Gedanken der inklusiven Schule.

00:12:11: Was dort alles da nicht funktioniert und denn auch wieder in die Kinder- und Jugendhilfe zurück schlappt Das haben wir täglich und sie wahrscheinlich auch schon häufiger beachtet.

00:12:21: Ich würde noch mal ein bisschen zu der Eingangsfrage zurückkommen, warum aus unserer Perspektive oder was Erklärungsansätze sein könnten.

00:12:28: Ich habe auch nicht die Antwort auf die Frage dass diese Lücke zwischen der Bedarfslage und der Umsetzung entsteht.

00:12:36: Das eine ist das wir feststellen gerade in einer schulbezogenen Jugendhilfe Diagnose fokussiert vorgehen.

00:12:44: Das heißt also Unterstützungsleistungen vielfach davon abhängig gemacht werden, wenn wir das unter der Überschrift Inklusion wieder angucken, dass erst mal eine feste Diagnosis vorliegen muss.

00:12:54: Jetzt wissen wir, dass die Fachstellen für die Diagnosen zuständig sind in Berlin nicht unbedingt in der Regel gleich am nächsten Tag ein Termin zur Verfügung stellen können weil sie einfach stark überlastet sind.

00:13:07: Das heisst von dem Zeitpunkt dass wir thematisieren, hier könnte es eine Unterstützungsbedarf geben bis es wirklich eine Diagnose gibt.

00:13:15: Vergeht schon mal eine ganze Menge Zeit.

00:13:16: die Antragsverfahren sind oft langwierig und umständlich für viele Familien auch eine große Herausforderung.

00:13:23: das heißt auch hier Wir haben zum Beispiel keine Antrags verfahren Die sprachlich so einfach gestaltet sind.

00:13:32: Es gibt Programme und Möglichkeiten die deutlich einfacher zu gestalten.

00:13:35: Das kostet ein bisschen Geld Das würde sich aber lohnen.

00:13:38: Und auch hier könnte eine Strategie sein, dazu investieren um Antragsverfahren zu erleichtern für die Familien.

00:13:47: Vielfach stellen wir fest dass es auch damit zu tun hat ob die Familie selbst positive Erfahrungen mit dem System gemacht hat und in der Lage ist Antragswege zu gehen.

00:13:56: das heißt auch hier werden unter Umständen Unterstützer gebraucht und dann wird innerhalb der Bezirke auch noch höchst unterschiedlich umgesetzt.

00:14:04: Dann kommt es doch darauf an wie die personelle Ausstattung in den Bezirkens sodass da am Ende eine Vielzahl von Dingen zusammenkommt, die einfach dazu führen dass es eine lange Wartezeit gibt bis Unterstützungsleistungen ankommen und die nicht dazu beitragen das Kinder kontinuierlich beschulden.

00:14:20: Was bedeutet dann für die Betroffenen wenn diese Diagnose- und Antragszeiten so langwierig sind?

00:14:26: Das kann ganz viele Dinge für die betroffenen bedeuten.

00:14:28: wir haben jetzt auch über die Interessensvertretung und die Verbände die sich für die Eltern einsetzen unter anderem auch im Rahmen des runden Tisches aber sie haben auch selber Papiere und Forderungen veröffentlicht in Erfahrung bringen können, dass es zum Teil für Familien bedeutet, dass sie wirklich so weit gehen müssen.

00:14:45: Dass Sie ihre Arbeit verlieren und Ihre Arbeit ruhen lassen müssen weil sie sich in der Zeit, in der das Kind nicht beschult werden kann um die Betreuung des Kindes kümmern müssen.

00:14:53: Das bedeutet, viel Zeit und Aufwand investieren müssen in die Verwaltungsstrukturen, in die Erstellung von Anträgen, in Begleitung der Kinder zu Terminen Und dass ja einfach viel Zeit und viel Energie verloren geht, die für Familien auch einfach zermürbend sein kann.

00:15:15: Dann habe ich tatsächlich als Schulelternvertreter immer mal wieder erlebt wie... Genau das waren Sie gerade schilderten!

00:15:23: Jetzt ist mir aufgefallen bzw.

00:15:25: vielleicht habe ich da auch einen persönlichen Bayes durch die Tätigkeit mit denen sozusagen bedraut bin.

00:15:30: aber ihr habt jetzt dafür in Berlin unfassbar viele Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter täuscht der Eindruck?

00:15:40: Also, haben Sie da vielleicht einen Vergleich zu anderen Bundesländern oder Großstädten?

00:15:45: Lässt sich das mal irgendwie quantifizieren.

00:15:47: Ich würde die Frage immer anders stellen wollen.

00:15:50: tatsächlich merke ich!

00:15:51: Ich würde nicht die Frage stellen warum wir hier in Berlin eigentlich so viele Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sondern ich würde vielleicht eher fragen wollen Warum haben wir so viele Kinder Jugendliche und Familien die Unterstützung benötigen und die so sichtbar sind?

00:16:07: Das wäre tatsächlich die Frage dahinter gewesen.

00:16:10: Also die Frage sollte jetzt nicht defizit orientiert gestellt sein, sondern... Genau!

00:16:16: So sie haben mir die Frage gerade aus dem Mund genommen.

00:16:18: Ja, ich habe die Frage aus dem Mund genommen.

00:16:21: Ich würde sagen zum einen wissen wir das die Lebenslagen... Wir wissen ganz gesichert dass die Lebenslagen deutlich komplexer geworden sind.

00:16:27: in dem Zusammenhang wird vielfach auf die gestiegenen Krisen verwiesen.

00:16:31: es wird auch darauf verwiesen dass mehr Familien von Armut und von eingeschränkter Teilhabe nicht nur bedroht sondern betroffen sind.

00:16:38: gerade in Berlin wissen wir dass die Das Kinderarmut besonders hoch ist in einigen Bezirken noch höher als in anderen.

00:16:47: Ich finde total wichtig zu sagen, Sozialarbeiterinnen übernehmen nicht die Aufgabe eines Reparaturbetriebs und sie übernehmen auch nicht stellvertretend für die Familien eine Aufgabe.

00:16:58: Sondern es geht vielmehr darum, dass Sozialarbeiterinnen unterstützen bei Übergängen, dass sie Übersetzungsfunktionen übernehmen, dass Sie in Krisen ansprechbar sind gerne auch unter dem Stichwort Prävention, was in der angespannten Situation oftmals zu kurz kommt.

00:17:15: Und Thomas, du möchtest mich vielleicht noch ergänzen?

00:17:18: Ja, guck mal, hast du schon sehr viel von dem gesagt, was ich auch gedacht habe.

00:17:22: Also Berlin ist halt durch seine Enge und seine Größe und den vielen Menschen gibt es natürlich andere Herausforderungen als, sag' ich jetzt mal auf dem Land... Das ist schon so dass wir hier viele Kinder und Jugendliche haben mit psychischen Problemen und Erkrankungen.

00:17:37: Gerade durch oder nach Corona sind diese Zahlen nochmal gestiegen.

00:17:41: Wir haben ein recht diffizitäres Schulsystem, wo auch viele Bedarfe dann gedeckt werden müssen.

00:17:50: und wie du schon gesagt hast im Grunde genommen zeigt ja nur dass wir viele Probleme hier haben.

00:17:55: und den Lösungsansatz, den du präsentiert hast, den würde ich da auf voll unterstützen.

00:17:59: Was ich von auch schon angedeutet hatte, dieses kurzfristige Denken.

00:18:04: Das erzeugt natürlich im Grunde genommen immer mehr Bedarfe und ich bin auch ganz stark dafür dass wir viel präventiver gucken müssten um genau später diese Problemlagen dann nicht zu haben wo dann auch tatsache so viele Sozialarbeiter denn notwendig sind.

00:18:18: wobei ich auch an der Stelle sagen möchte Nur ein paar Zahlen jetzt so im Kopf.

00:18:25: Ich weiß, auf Landeseite gibt es ein paar tausend Beschäftigte und ich weiß in meinem Bereich gibt es ungefähr so vierzigtausend Sozialarbeiterinnen im ambulanten und stationären Bereich.

00:18:37: aber ja man muss sich auch nochmal angucken immer wieder wo kommt etwas her?

00:18:42: Also in meinem bereich weiß ich die Kinderschutzzahlen steigen in den Jahren kontinuierlich von ich glaube in den letzten fünf oder sechs jahren um zwanzig Prozent gestiegen.

00:18:52: Das heißt also, man sieht ja die Bedarfe werden immer größer und das liegt natürlich einerseits an gesetzlichen Änderungen.

00:18:58: Aber es liegt auch sicherlich daran dass diese Bedarf in dieser Stadt steigen und da würde ich mir auch einen langfristigen Plan mal angucken.

00:19:07: Also man sieht wirklich, es sind Änderung notwendig wie ich aufgrund schon gesagt habe weil das was in der Theorie gesagt wird angesätzlichen Ansprüchen und das was im Praxis Tatsache passiert.

00:19:17: Also auch bei meinem Bereich ist es ja so, durch diese Diagnostik dauert es manchmal Wochen.

00:19:23: Das wäre noch sehr gut also eher monatelang zwischen dem Antrag und in dem Entscheid und bis die Hilfe eingesetzt ist.

00:19:29: Und in dieser Zeit werden die Probleme nicht kleiner eher im Gegenteil sie wachsen.

00:19:33: der Bedarf wird größer und von daher so insgesamt gibt's glaube ich so diese einfache Formel wer jetzt an einer falschen Stelle spart er wird das später teurer bezahlen müssen.

00:19:44: Ich würde gerne noch etwas ergänzen aus dem Bereich der Schule, um mal was Positives über Berlin zu sagen.

00:19:50: Wir sind hier in Berlin zum Beispiel was den Ganztag und was die Schulsozialarbeit und insgesamt die Abdeckung oder die Anzahl der Schulsozialarbeiten angeht sehr viel weiter als andere Bundesländer.

00:20:02: Ich möchte auch gerne mal die positiven Aspekte an den Vordergrund rücken.

00:20:05: Und nichtsdestotrotz fordern wir als paritätischer... Wohlfahrtsverband im Rahmen unserer Forderungen zur Wahl auch, dass wir die Sozialarbeit nochmal deutlich ausbauen müssen.

00:20:14: Warum fordern wir das?

00:20:16: Wir haben immer noch Schulen.

00:20:18: Die Sennatorin hat zum Ende der Legislatur weitestgehend geschafft alle Schulen mit Sozialarbeit auszustatten.

00:20:24: Sie sind aber nicht alle ausreichend ausgestattet und das ist der entscheidende Punkt.

00:20:29: Wir haben sehr große Schulen, die zum Teil mit mehreren hundert Schülerinnen und Schülern bis zu tausend Schülerinnen über eine Stelle Sozialarbeit verfügen.

00:20:39: Ich werde jetzt nicht die Matheaufgabe hier bestreiten, auszurechnen wie viel Minuten oder Sekunden dann pro Schülerin oder Schüler in der Woche übrig bleiben oder im Monat.

00:20:47: Das kann gerne machen wer möchte.

00:20:50: es wird aber relativ schnell klar wenn Sozialarbeit da fachlich gut aufgestellt sein soll und ansprechbar sein sollen.

00:20:56: Dann ist es auch notwendig dass sie mindestens im Team agiert.

00:20:59: deswegen ist unsere Forderung das wir für alle Schulen zwei sozial arbeitende Mindestens brauchen Denn Sozialarbeit funktioniert vor allem dann auch gut, wenn sie verlässlich vor Ort ist.

00:21:07: Menschen werden auch mal krank, Menschen besuchen auch mal Fortbildungen.

00:21:11: Wenn Kinder sich auch einmal aussuchen können ob Sie mit der einen oder dem anderen sprechen?

00:21:16: Wenn die Sozialarbeiten die Möglichkeit haben sich im Team zu besprechen gerade wenn es um Kinderschutz und Krisenfälle geht und die gemeinsam einzuschätzen und abzuwägen.

00:21:24: Und dafür braucht's aus unserer Einschätzung mindestens zwei sozialarbeimte pro Schule.

00:21:28: das heißt ich würde sagen wir haben hier nicht genug sozialarbeitende.

00:21:34: Wie kommen Sie denn auf diese zwei?

00:21:35: Also ich frage jetzt deshalb, weil wir haben ja sehr unterschiedliche große Schulen in Berlin.

00:21:39: Wir haben, ich würde mal sagen, eine spannende bei sehr kleinen Grundschulen von vielleicht zweihundert Kindern bis zu den wirklich großen Weiterführenden-Schulen wo wir im Vierstelligen Bereich sind.

00:21:48: bei den Schülerzahlen also tausendtausend einhunderttausendswahrhundert gilt diese zwei sozusagen für alle.

00:21:57: Das ist eine gute Frage.

00:21:58: Damit haben sich einige der Parteien tatsächlich auch explizit in ihren Wahlprogramm beschäftigt, es schwirrt dann schnell die Zahl von hundertfünfzig Schülerinnen pro Sozialarbeitenden im Raum herum.

00:22:09: Ich möchte das gar nicht so klar mit einer Zahl beantworten sondern ich finde es geht dann schon darum.

00:22:14: wir haben ja auch das Prinzip der eigenverantwortlichen Schule in Berlin.

00:22:17: Wir haben das Prinzip multiprofessioneller Teams.

00:22:20: vielleicht können eher davon ausgehen, dass ein multiprofessionelles Team immer eine verlässliche Grundausstattung braucht.

00:22:27: Die mindestens vorhanden sein muss damit das multiproffessionelle Team gut arbeitsfähig ist.

00:22:32: und da gehört für uns für jede Schule eine Ausstattungen von zwei Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern dazu.

00:22:38: und darüber hinaus lohnt es sich ganz sicherlich auch zu schauen wie die Lage der Schule ist.

00:22:43: Wir haben ja verschiedene Modelle mit Indikatoren zur Einschätzung einer Schule beschäftigen Und ich würde es sehr begrüßen, wenn sich an der Stelle auch Jugendhilfe und Schule gemeinsam verständigen könnten.

00:22:53: Was wäre in einer gemeinsamen Verständigung eine gute Ausstattung darüber hinaus?

00:22:59: Ja also genau so wie Sie gerade sagten, diese verschiedenen Indikatoren.

00:23:02: unter anderem gibt's ja die Schultypisierung.

00:23:04: Und das merke ich auch dass man da sehr unterschiedlich drauf guckt je nachdem welche Typisierung eine Schule hat wobei ich jetzt fühle ob dieses Modell nicht ganz abschließend ist.

00:23:14: Also wenn ich eine wirklich große Schule vielleicht auch etwas und im besseren Lage laut Schultypiesierung habe, kann die ja trotzdem einen hohen Bedarf an Schulsozialarbeit haben.

00:23:22: Genau ich finde da bin ich ganz bei Ihnen das schließt sich nicht aus.

00:23:25: Das würde ich in jedem Fall unterstützen Schulen vor Ort auch unbedingt unter Einbezug und unter dem Stichwort der Partizipation in gemeinsamer Betrachtung mit den Schülerinnen und Schülern, mit den Familien vor Ort zu schauen.

00:23:38: Was sind die Bedarfe?

00:23:39: Die identifiziert werden.

00:23:40: ich glaube das Kinder- und Familien da sehr gut für sich selbst sprechen können und über ihre eigenen Bedürfnisse und über ihrer eigenen Vorstellung und dass gemeinsam gute und tragfähige Konzepte da entwickelt werden können.

00:23:52: Ich kann mal wieder feststellen gerade im Bezug auf

00:23:54: Schulen

00:23:55: ist das so ein So ein wirklich großes Anschlussproblem gibt bei der Frage, die Kinder kommen aus der Kita werden eingeschult.

00:24:01: Kommen in die Schule?

00:24:03: Wie lange dauert es da um Hilfen zu installieren?

00:24:06: Weil diese Diagnoseprozesse so lang sind nicht lange dauern.

00:24:09: Haben Sie dann eine Idee, um diese Prozesse verkürzen zu können?

00:24:14: Naja... Also teilweise reden wir von zwei drei Jahren bis da irgendwas passiert.

00:24:18: Also vom Prinzip her sind diese Regelungen ja eigentlich schon da, dass man Soforthilfe einleiten könnte.

00:24:23: Wenn von den Kindern die wir reden, die hatten in der Kita häufig schon einen Bedarf, den sogenannten A&B-Status, diesen Integration-Status wo dann Personalanteile in die Kita mit reingegeben werden um diese Kinder speziell zu fördern.

00:24:36: Wir haben aber natürlich die Situation, dass es ja diese Kita-Flicht im Gegensatz zur Schulpflicht nicht gibt.

00:24:40: Von daher kommen auch viele Kinder erst in Schule, die vorher diesen Gruppenbezug in Kita gar nicht gelernt haben und somit auch häufig nicht diese Unterstützung der Vorschule kennengelernt haben.

00:24:53: Aber grundsätzlich ist es so wenn ein Kind in der Kita war und es da Rückmeldungen gibt dann ... ist es eigentlich möglich, da schon gleich zu gucken welche Förderung man braucht bzw.

00:25:06: dann reichen ja im Grunde genommen auf die ersten zwei drei vielleicht maximal vier Schulwochen umzusehen wo bei diesem Kind noch Rückstände da sind und das hängt ja häufig um sozialen Verhalten an.

00:25:17: Also das sind ja soziale Verhalten, ist ja häufig der Ausschlaggebende Indikator.

00:25:22: Und da haben da sowohl vom Schulseitig was möglich als natürlich Unterstützungsmöglichkeiten wenn besonders von Verhalten Auffälligkeiten da sind auch vom Jugendamt dann da schnell einzusteigen.

00:25:36: Das sind eigentlich die gesetzlichen Grundlagen schon da.

00:25:39: aber da kommen wir wieder zu dem Punkt den wir jetzt schon mehrmals hatten.

00:25:42: Das eine ist die Theorie und das andere ist die Praxis.

00:25:45: Und das ist natürlich immer alles auch mit Geld in Verbunden, die Jugendämter stehen stark unter der Beobachtung der Finanzbehörde und von daher werden häufig nicht die Mittel eingesetzt.

00:25:58: Und dass führt später dann zu ja so sehr wahrscheinlich immer zu höheren Bedarfen.

00:26:03: also wenn ein junger Mensch gleich in den ersten Wochen erleben würde, dass ihm geholfen wird.

00:26:09: Weil dieses Verhalten ist ja nicht so das Kind irgendwie gerne in der Schule auffällig ist.

00:26:13: Das ist ja auch häufig ein Zeichen einfach von Angst oder von einfach wirklich von Zwingen oder Bedarfen die dieses Kind hat.

00:26:20: und wenn es da gleich Unterstützung bekommen würde man würde schneller einfangen können.

00:26:23: Es würde gleich eine passende Hilfe bekommen dann ist aus meiner Sicht relativ klar, dass die Bedarfe denn schneller abgestellt worden wären bzw.

00:26:31: relativ schnell Dieser Umfang an Hilfe, das dieses Kind braucht relativ schnell auch wieder sinken würde.

00:26:37: Aber wenn es erst mal monatelang dauert oder ein, zwei Jahre dann kommen wir zu den Dingen die wir schon gesagt hatten.

00:26:44: Dann ist es vielleicht sogar so dass nicht nur das Kind da benachteiligt wird in seiner Entwicklung sondern auch auf die Eltern in ihrer Entwicklung und sei es der beruflichen Entwicklung kann sich jeder auch denken, mit so einer Situation ist es innerfamilie auch nicht gerade fördernd.

00:26:59: Also Eltern die so unter Druck stehen oder da gibt's eine höhere Gefahr dass sie dann auch nicht mehr so liebevoll zu ihren Kindern agieren und dann sind wir daher vielleicht auf einmal im Bereich Kinderschutz.

00:27:08: also viele Dinge die gar nicht nötig gewesen wären passieren dann einfach wenn man an der falschen Stelle dann da ja spart.

00:27:19: Jetzt sind wir die ganze Zeit oder mehr oder weniger in so einer Gegenwartsaufnahme.

00:27:22: Ich sage es mal ein bisschen diffizitorientiert, weil natürlich geht ja um die Fragen was gerade ... Was sind sogar die Baustellen?

00:27:28: Aber ich würde vielleicht mal einen ganz kurzen Blick jetzt kann man ja fast sagen zurückwerfen auf diese legendelle Legislaturperiode.

00:27:35: Was ist dann so Ihr Fazit vielleicht mit Blick auf diese Legislatur?

00:27:39: also wo waren wir... Also wo sind wir vielleicht besser geworden im Vergleich zu vor?

00:27:47: Und wo gibt es im Moment vielleicht Baustellen, die jetzt noch nicht benannt worden sind?

00:27:51: Ja also ich würde meinen Teil sagen und ich könnte mir vorstellen dass mein Kollege mir zustimmt das die Bilanz ambivalent ausfällt.

00:28:03: vielleicht folgende Punkte, die das ganz deutlich machen.

00:28:06: Wir haben auf der einen Seite Ansätze, die in die richtige Richtung weisen und wir haben in den vergangenen Jahren einen starken Ausbau des Landesprogramms Jugendsozialarbeit an Berliner Schulen erlebt.

00:28:14: Das ist was man wirklich so festhalten kann – wir haben es erreicht, dass eigentlich alle Schulen mit Sozialarbeiter ausgestattet sind.

00:28:21: Ich habe das vorhin schon gesagt, aus unserer Perspektive noch nicht ausreichen!

00:28:24: Wir haben auch weiterhin Schulen, die noch keine vollzeitäquivalente Stelle haben.

00:28:30: wir haben Schulen, die extrem groß sind.

00:28:32: Wir haben Schulen bei denen die Schulstationen aktuell wieder ganz massiv unter Beschuss stehen.

00:28:38: und da bin ich dann auch ganz schnell bei dem weswegen ich ambivalent sage was nicht so gut gelungen ist es verlässliche und ja dauerhafte Strukturen zu schaffen die das einfach in die Zukunft auch absichern.

00:28:49: im Landesprogramm Jugendsozialarbeit haben wir gerade vor kurzem auch sogenannte Umsteuerungsmaßnahmen erfahren bei den zur Ausstattung von neu gegründeten Schulen Stellen von anderen Schulen umgesteuert wurden, damit diese neu gegründeten Schulen eben auch mit Sozialarbeiter ausgestattet werden können.

00:29:07: Und das kann aus unserer Sicht nicht der richtige Weg sein.

00:29:11: wenn wirklich Bedarfe wegfallen dann können wir über Umsteuerung sprechen.

00:29:14: Wenn sie aber zum Beispiel für unbegleitete minderjährige Geflüchtete wegfallen.

00:29:20: die stellen also nicht mit den Gefluchteten in des Regelschulsystems umgesteuert werden aus dem Willkommensklassen weil ins Regelschulsystem übergeleitet werden, brauchen sie eigentlich in der Regel erst mal noch mehr Unterstützung.

00:29:33: Dann ist das eine Umsteuerung die wir für nicht gerechtfertigt halten und wo wir sagen da es auf jeden Fall noch Nachbesserungsbedarf.

00:29:40: Ein zweiter Punkt wäre für mich die Weiterentwicklung der schulischen Inklusionsassistenz.

00:29:45: Wir haben eben über die Inklusion gesprochen.

00:29:48: Wir haben da rechtlich eine gute Weiterentwickelung geschafft mit der sogenannten RV-Schul in Klas, die schulische Inklusionsassistenz regelt.

00:29:59: Tatsächlich stellen wir aber in der Praxis fest, dass wir diese neunhundertsechsendreißig Fälle der Schülerinnen und Schüler haben, die nicht kontinuierlich oder gar nicht beschult werden.

00:30:07: Und die sind zum Beispiel noch nicht alle ganz konsequent kontaktiert worden um aufzuarbeiten und zu gucken was können wir strukturell daraus ableiten?

00:30:17: Genau!

00:30:17: Wir stellen fest das die Angebote da bezirklich sehr unterschiedlich Und wir haben mit der Diskussion am runden Tisch und den Papieren, die wir dort erarbeiten einen guten Anfang gemacht.

00:30:27: Aber das gilt es in der kommenden Legislatur unbedingt vorzusetzen.

00:30:32: Jetzt würde ich an dich übergeben?

00:30:34: Ja also der Opener war ja schon sehr gut.

00:30:36: Also auch im Meinbereich würde ich sagen ist das ein sehr ambivalentes Thema.

00:30:40: Wir haben auch hier – kann ja auch mal das positive erstmal vorweg.

00:30:44: Es wurde viel erreicht in bestimmten Bereichen.

00:30:46: Wir haben Staatbodos Pflegekinder gehabt, das heißt also das Programm was ausgebaut wird damit Kinder und Jugendliche die nicht mehr zu Hause leben können vor allem kleine Kinder nicht in stationären Einrichtungen untergebracht werden müssen sondern Pflegefamilien.

00:31:01: da hatte man geguckt dass man mehr Pflegeeltern findet.

00:31:05: der Berliner Notdienst konnte stabilisiert werden.

00:31:07: Da gab es ja auch Zeiten, wo ein Aufnahmestopp war, das heißt also die Jugendämter dann gar nicht mehr hinwussten mit den Kindern, die zu Hause spontan festgestellt wurden, dass die Kinder nicht mehr zuhause leben können.

00:31:18: Also da gab es ein paar gute Dinge.

00:31:19: aber jetzt gerade so zum Endehin muss man sagen auch durch den Spar-Druck, der jetzt gerade im Land Berlin auf die Jugendämpel lastet, muss man Gibt es auch viele negative Entwicklungen?

00:31:32: Die Situation der jungen Volljährigen habe ich schon angesprochen.

00:31:35: Wir haben trotz der steigenden Kinderschutzfälle bei den Fachberatungstellen immer noch ein großes Defizit an Ausstattung.

00:31:43: und was ich auch so merke, was ich äußerst schade finde ist vor Landesseite also sowohl von der Senatzeit als auch von den Jugendämtern dieses Misstrauen gegenüber den freien Trägern.

00:31:54: Also das sind ja die Menschen, die täglich in der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen sind und da gibt es häufig jetzt so Äußerungen, die darauf hindeuten dass die Träger dort ziemlich viel Geld kosten und viel Geld einnehmen und aber die Leistung nicht richtig erbringen wurden oder einfach zu viel Geld kassieren wurden.

00:32:15: Und dazu muss man überdenken oder bedenken, dass diese freien Träger ja keine gewinnorientierten Unternehmen sind.

00:32:20: Sie arbeiten in der Regel kostendeckend und gucken natürlich, dass sie sich weiterentwickeln, aber auch dort die meisten Kosten werden einfach durch den Personalaufwand gefressen – da ist es sehr schade!

00:32:31: dass momentan so dieses fehlende Vertrauen immer deutlich gemacht wird.

00:32:36: Auch hier Tatsache von Jugendsamtsdirektoren, auch schriftlich wo dann angedeutet wird das die Träger die Jugendlichen gerne halten möchten und deswegen bei der Verselbstständigung nicht richtig arbeiten würden.

00:32:47: Wir hatten auch Situationen wo wir über Jahre verhandelt haben und es eigentlich auch ein Ergebnis gab und jetzt gesagt wurde ne wir können das nicht umsetzen weil Veränderungen sind nur noch kostenneutral möglich.

00:32:58: also kostenneutral so ein Wort, was eine genaue Definition mal bedürfen würde.

00:33:04: Damit man weiß, was das Landwirt Ihnen damit meint.

00:33:07: Also das sind die Dinge, die gerade schade sind und dass wir auch etwas, was in der nächsten Legislatur unbedingt geändert werden sollte, weil alle dieselben Akteure sind.

00:33:17: Und ich finde immer gerade im sozialen Bereich die Menschen, die sich für diesen Job entscheiden haben diese Grundidee, dass sie Menschen helfen wollen.

00:33:25: Das ist wirklich... Die opfern sich viel auf Sie leisten viele Stunden Die hören jeden Tag viel Leid oder sehen es auch und wollen da helfen, also sind psychisch stark belastet.

00:33:36: Und da diesen Doktus jetzt anzubringen dass da dieses Misstrauen jetzt auch noch reinkommt das ist etwas was absolut unnötig ist.

00:33:46: ja natürlich muss man sagen dass man grundsätzlich das schon verstehen kann.

00:33:52: Also die Jugendämter stehen auch wirklich stark unter Druck, auch dort sind die Kollegen nicht ausreichend ausgestattet.

00:33:59: es ist ja auch so, dass die Kollegen vom Jugendamt ja nicht irgendwie sagen ich lass jetzt hier mal ein Fall liegen weil ich gerade lange weiter habe sondern auch weil sie so viele Fälle haben dass sie gar nicht dazu kommen, die Fälle so abzuarbeiten wie es eigentlich sein müsste.

00:34:11: Und von daher dieses gegenseitige Verständnis was eigentlich immer da war und was immer auch dazu geführt hat in einem Miteinander auf die Probleme dieser Stadt reagieren zu können oder auch gute Angebote zu schaffen und vor allen Dingen auch schnell auf Situationen zu reagieren sei es jetzt Corona oder auch die Flüchtlingskrise die wir hatten das war immer ein Miteinander.

00:34:31: deswegen finde ich diese Entwicklung gerade sehr schade und ich hoffe dass das jetzt auch wieder etwas ist was in der Zukunft nicht mehr so deutlich ist.

00:34:39: Jetzt wäre das natürlich die richtige, also bei mir jetzt der richtigere Impuls zu sagen ich frage mal jemanden aus einem Jugendamt warum da dieses Misstrauen da ist?

00:34:48: Jetzt habe aber Sie gegenüber sitzen, weil ich immer wieder feststelle gerade in diesem Verhältnis zwischen freien Trägern und Jugendamten ist dass es immer wieder eine Diskussion darüber gibt sind die Dokumentationspflichten eingehalten.

00:34:58: Was steht denn da eigentlich drin?

00:35:01: haben sie eine Idee wie man diese Verfahren vielleicht ein bisschen flüssiger bekommen kann?

00:35:05: Also ohne jetzt diesen Vorwurf an Sie zu richten, den sie ja gerade selber geschildert haben.

00:35:10: Na also grundsätzlich ist es ja so dass wenn man sich mal diese Vereinbarung zwischen dem Land, also vertreten auch durch die Jugendämter und den freien Trägern sich mal anguckt dann gibt es dort den sogenannten Berliner Rahmenvertrag und darunter gibt es noch unterschiedliche Rahmenleistungsbeschreibungen für ambulant, für stationär usw.

00:35:30: Und dort ist immer vieles eigentlich geregelt.

00:35:32: Aber zum Beispiel bei den Abrechnungen, also wie eine Rechnung eingetragen wird ist das damals mit Absicht recht offen gehalten worden.

00:35:42: Es macht ja auch nicht viel Sinn.

00:35:44: Sie müssen sich vorstellen ein Träger schreibt eine Rechnung und dann steht da drinne ich habe heute mit der Mutter das besprochen und das besprochen Aber im Jugendamt selber guckt sich das kein Sozialarbeiter an, sondern Mitarbeiter und Mitarbeitende von der wirtschaftlichen Jugendhilfe.

00:35:58: Die eigentlich sozial ja gar nicht ausgebildet ist.

00:35:59: Von daher müsste man sich mal wirklich fragen so was werden denn eigentlich für Informationen gewollt?

00:36:03: Und da kommen auch zu dem Punkt den wir vorhin schon hatten.

00:36:06: dann hat auch jedes Jugendamt noch eine andere Idee, was da drin sein sollen.

00:36:10: Und die Träger arbeiten in der Regel nicht in einen Bezirk, sondern die Arbeiten in vier oder fünf Bezirken.

00:36:15: Das heißt jeder Träge müsste sich dann überlegen, wie er was schreibt für welches Jugendamt und das ist natürlich etwas wenn wir von Bürokratieabbau sprechen oder von Digger einfacher machen.

00:36:25: Ist genauer natürlich das Gegenteil.

00:36:27: also von daher es ist natürlich gut wenn man sich hier Land Berlin und die Liga und die Träger sich zusammensetzen und überlegen so was was wollte denn eigentlich.

00:36:36: aber es darf auch wie gesagt nicht dazu führen dass wir jetzt einen riesen Aufwuchs an Bürokratie haben, das wir im Endeffekt noch mehr Geld ausgeben.

00:36:43: Weil die freien Träger dann Leute einstellen müssten, die diese umfangreiche Dokumentation dann auch wieder irgendwie bewerkstelligen können.

00:36:50: und ich denke wie gesagt es ist einfach eine entscheidende Antwort ist einfach wieder zurück zum Vertrauen.

00:36:57: Dinge gemeinsam besprechen nicht einfach einseitig was fordern und denn auch noch nicht mal in einem Dialog sondern irgendwie per Mail mitteilen oder in einem Brief oder sonstiges.

00:37:08: Gerade im sozialen Bereich ist das immer ein Miteinander.

00:37:11: Das gilt in der Hilfe, es gilt aber auch unter den Fachkräften selber und es ist immer eine Vertrauensgeschichte.

00:37:17: Soziale Arbeit hat immer was mit Reden, Kommunikation und miteinander an Dingen zu arbeiten zu tun.

00:37:23: Und wenn wir das nicht hinbekommen oder werden wir das sogar verlieren dann denke ich haben wir die ohnehin schwierige Situation komplett gegen die Wand gefahren, wenn wir da nicht wieder zurück kommen.

00:37:35: Ja, ich würde das einfach um einen relativ schlichten Satz ergänzen wollen.

00:37:39: Vielleicht noch mit der Vorbemerkung, dass wir im Bereich der Schulbezogenen Jugendhilfe... Wir haben seit letztem Jahr ein Leitbild zur Kooperation Jugendhilfeschule Das ganz gut auf den Punkt bringt, dass es sich um eine Verantwortungsgemeinschaft handelt und vielleicht ist das ein ganz gute Stichwort auch für diese Debatte.

00:37:53: Ich würde sagen, wir müssen dahin kommen, dass freie Träger Partner sind und keine Kostenstelle Warte ich mich

00:38:02: immer mal

00:38:02: wieder.

00:38:03: Frage

00:38:04: Beim Thema Dokumentation beispielsweise jeder Klient, es zeigt man natürlich ein bisschen anders.

00:38:10: Und selbst wenn man eh nicht gelagerte Fälle hat kann jeder Kliente am Ende trotzdem einen anderen Aufwand haben.

00:38:15: wie erklärt man das einem Amt?

00:38:19: Also eigentlich darf man ja... Gar nicht.

00:38:22: Oh Gott, wie soll man das jetzt wieder formulieren?

00:38:24: Also im Grunde genommen jeder Mensch im Amt also derjenige, der den Bedarf feststellt und auch die Bedarf deckt ist auch Sozialarbeiter.

00:38:30: Die Professionen zwischen den öffentlichen Träger und dem freien Trägers sind ja nicht unterschiedlich.

00:38:34: Die haben alle mal dasselbe studiert vielleicht sogar an derselben Hochschule während der eine zum Freienträge gegangen es ist der andere dann halt zum öffentlichen träge gegangen.

00:38:41: d.h.

00:38:42: Im Grunde genommen ist das eben klar.

00:38:44: Und da ich selber auch mal fünfzehn Jahre im Jugendamt gearbeitet habe und vorher beim Freienträger, ist das eigentlich schon logisch.

00:38:51: Also bleibt mir bei dem Wort Diagnose.

00:38:54: Ich kann eine Diagnos haben bei fünfzehnt verschiedenen Kindern – das können fünfzehin unterschiedliche Bedarfe und fünfzehen unterschiedliche Methoden wie ich diesen Bedarf decken kann oder möchte.

00:39:04: dass es Wir reden immer von Individuen, also dieses Wort individuell ist das Entscheidende.

00:39:09: Also ich muss einfach gucken... es gibt natürlich Dinge die helfen bei vielen Kindern aber grundsätzlich ist es so, ich muss immer gucken wem habe ich da gegenüber?

00:39:18: Weil das Kind ist das eine, das Kind hat auch ein soziales Umfeld.

00:39:22: Das soziale Umfeld kann schon wieder ganz unterschiedlich sein, dass eine Kind hat ne fürsäugliche Mutter und das andere hat einen guten Opa oder Oma, die da auch noch unterstützen Wo wir im Thema Armut auch waren, es gibt auch finanzielle Ressourcen wie ein Sportverein oder sonstiges was bei der Entwicklung hilft.

00:39:38: Das andere Kind hat das halt nicht und dann muss man halt immer irgendwie gucken und von daher denke ich eigentlich muss man dem öffentlichen Träger das ja auch alles gut ausgebildete professionelle Leute sind dass das nicht erklären nur manchmal denn auf einer Ebene drüber also da wo die Entscheidung getroffen werden Da ist es ja dann manchmal so nie wirklich lange beim freien Träger gearbeitet haben, also dann gar nicht diese Anpassungsleistung herunterbrechen können.

00:40:08: Was bedeutet das eigentlich im Alltag?

00:40:10: Und dass ist etwas was man gut erklären kann.

00:40:14: und da kommen wir wieder auf den Punkt zurück.

00:40:15: wenn man gegeneinander sich respektiert und zuhört, dann ist in diesem Miteinander eigentlich das immer möglich.

00:40:23: Okay, jetzt haben Sie, ich würde ein Themensprung machen.

00:40:25: Gerade auch den Begriff Kinder und Jugendarmut oder Kinder- und Familienarmut nochmal reingeworfen.

00:40:30: Darüber wollte ich ganz gerne noch mal mit Ihnen sprechen.

00:40:33: Was können wir denn in Berlin gegen Kinder-und Familienarmmut

00:40:35: machen?

00:40:37: Also wir haben ja diese Armutsstrategie im Land Berlin aber... Ich bin mir nicht sicher ist die ausreichend.

00:40:43: Ich habe manchmal meine Zweifel.

00:40:46: Ja, wow!

00:40:47: Das ist ein sehr großes Thema und bevor euch da irgendwie lange Rumdrucks oder sonstiges das Da habe ich keine passende Antwort einfach drauf.

00:40:55: Wir haben in Berlin ja viele, was das angeht ungünstige Faktoren.

00:41:00: Es gibt wirklich Bundesländer die haben große Industriestandorte.

00:41:04: da werden natürlich dann Steuern generiert was hier in Berlin so nicht möglich ist und von daher ist es so dass das berlin damit leben muss mit den Mitteln die sie haben immer gut arbeiten müssen weil wir Zumindest in naher Zukunft sehe ich jetzt hier nicht irgendwie einen riesen Wachstum an Unternehmen oder einem großen Unternehmen und von daher geht es darum, wirklich im Alltag zu gucken.

00:41:31: Also wie kann ich den begegnen?

00:41:32: Das wichtige ist ja... Ich kann ja erst mal ein Armut groß werden aber das Ziel muss ja sein dass sich die Kinder und Jugendliche so stärken dass da nicht so ein Wiederkehrendeffekt eintritt, das auch die Bildungschancen gleich verteilt sind.

00:41:47: Das heißt also auch, dass ich rauskomme aus dieser Situation und zwar durch eigene Anstrengungen.

00:41:52: Und gerade dieses Thema Chancengleichheit ist ja etwas was eigentlich in einer Gesellschaft ja auch grundlegend das Ziel sein muss – genau damit man später denn weniger Sozialleistung zur Verfügung stellen muss um diese Gelder dann wieder alles zu investieren.

00:42:07: Es ist immer eine gute Sache in die Jugend, in die Kinder und vor allem in die Bildung zu investieren damit man dann aus dieser Schleife herauskommt.

00:42:17: Und vielleicht durch eine gute Förderung haben wir hier den nächsten großen tollen Unternehmer der in Berlin einen guten Standort zur Verfügung gestellt bekommt und hier etwas aufzieht wo dann viele andere Menschen wieder arbeiten können.

00:42:31: Ich würde kurz was ergänzen, leider mit dem Hinweis dass ich auch nicht die eine perfekte Antwort auf diese Frage habe wie wir dieses ganz massive Problem der Kinder und Jugendarmut vor allem in dieser Stadt gelöst kriegen.

00:42:44: Ich würde aber sagen ein wesentlicher Punkt der bekannt ist aber der sich immer wieder lohnt auch auf den Tisch gepackt zu werden ist das in einem Dreiklang einzugehen.

00:42:53: also das eine ist eine materielle Absicherung von Kindern, jungen Menschen und Familien.

00:42:59: Das Zweite ist – da stehen wir auch als paritätischer Stellvertretender im Feld mit unseren Mitgliedsorganisationen – dass wir eine starke und gut gesicherte soziale Infrastruktur in der Stadt haben die schon präventiv greift aber die auch in Krisen verfügbar ist und zwar zuverlässig unabhängig davon ob ich in Charlottenburg-Mazarn oder Zählendorf bin unabhängig davon, aus welcher Familie ich komme oder ob ich ein junger oder ein alter Mensch bin.

00:43:30: Und das Dritte ist, dass wir auch die strukturellen Ursachen angehen müssen auf den ganz unterschiedlichen Ebenen.

00:43:35: Das heißt also diese Frage können wir nicht eindimensional beantworten sondern die müssen wir vor allem ressortübergreifend und alle gemeinsam beantwortet und auch hier wieder dringend mit den Menschen, die unmittelbar armuts betroffen sind.

00:43:50: Die müssen an allen Stellen für sich und für ihre Lebenslagen sprechen können.

00:43:55: Was sind denn diese strukturellen Hürden, die Sie gerade meinten?

00:44:00: Also da kann ich vielleicht ein plakatives Beispiel aus meinem Bereich nehmen, die strukturalen Hürde jetzt alle zu benennen das maße ich mir gar nicht an dass ich dazu in der Lage bin.

00:44:11: Aber im Kontext Schule zum Beispiel, da haben wir ja den großen Vorteil das zumindest vom Zugang zum System Schule und zur Bildung ausbetrachtet.

00:44:22: Alle Kinder erst mal gleich sind!

00:44:23: Wir haben eine Schulpflicht alle Kinder haben also erstmal einen Zugang zu Schule.

00:44:27: jetzt wissen aber auch dass der Zugang ganz unterschiedlich ist und es muss möglich sein ungleiche Ausgangslagen auch ungleich zu begleiten.

00:44:36: Das heißt es muss in ganz unterschiedlicher Hinsicht benachteiligt sind und dafür haben wir ja zum Beispiel die Leistung aus Bildung und Teilhabe hier auch unterstützen tätig zu werden.

00:44:49: Dafür haben wir auch die Schulsozialarbeiten, dann dafür haben wie auch die Menschen, die im Ganztag tätig sind Wir haben also vielfach Möglichkeiten.

00:44:57: der Zugang zu diesen Möglichkeiten Der ist allerdings für viele Familien weiter eine große Herausforderung.

00:45:03: Und da geht es zum Beispiel auch darum zu gucken Wie können wir denn diese Kluft, die sich auftut zwischen den Leistungsberechtigten für Leistung, Ausbildung und Teilhabe und denen, die sie dann letztendlich in Anspruch nehmen.

00:45:15: Da wissen wir gibt es einen großen Unterschied in den Zahlen.

00:45:17: wie können wir die überwinden?

00:45:19: Und das ist zum Beispiel auch was, wo ich mir hoffe dass wir da unter anderem durch leichtere oder durch Bürokratie abbaut, dass wir besser dahin kommen diese Kluft zukünftig zu reduzieren.

00:45:33: Auch das wäre mein Wunsch für die kommende Legislatur, dass wir uns das gemeinschaftliche anschauen?

00:45:38: Also da fällt mir tatsächlich immer wieder auf, weil ich gerade Bildung und Teilhabe angesprochen habe genau diese K luft, die dann halt am Ende dazu führt, dass Kinder Angebote nicht annehmen können den Sportverein doch nicht an nehmen können oder doch irgendwie nicht zur Klassenfahrt mitfahren können.

00:45:51: Was sind denn ihre Ideen davon wie man diese kluft auflösen könnte?

00:45:57: Ich würde Ihnen gerne die Gegenfrage stellen an dieser Stelle tatsächlich.

00:46:01: Sie sind ja sehr bekannt dafür, dass sie sich viel mit der Elternperspektive beschäftigt haben.

00:46:05: Für mich wäre tatsächlich die allererste Frage was sagen denn die Eltern, was passieren müsste damit diese Kluft überwunden werden kann?

00:46:12: Denn das sind ja die von dieser Klufte betroffen sind.

00:46:15: Was sind Ihre Erkenntnisse als langjähriger Elternvertreter?

00:46:19: Also ich war es mir jetzt hier nicht an für alle Weltliner Eltern zu sprechen.

00:46:23: Das ist auch nicht meine Rolle.

00:46:24: aber Was ich einfach immer wieder feststattet, sind ja dann halt eben oft Eltern die das nicht hinbekommen sozusagen auf diese Anträge selber zu bearbeiten oder selber auszufüllen.

00:46:34: Also das ist ein Thema Barrierefreiheit.

00:46:37: Also eigentlich aus meiner Sicht bräuchte man wahrscheinlich jemand in der Schule, also bei der Sozialarbeit, der dann aber irgendwie im ständigen Austausch natürlich mit den Klassenleitungen ist was braucht dieser Kind?

00:46:46: Wie kriegen wir dir das organisiert und dass es da einfach schneller geht.

00:46:50: Also diese Ansprechpersonen gibt's

00:46:52: Aber da brauchen wir einfach keine Ahnung

00:46:56: nach Aufgabenzuschnitte nochmal oder einfach mehr Personal, was halt genau diese Schnittstellen dann bearbeitet hat.

00:47:02: Und was vielleicht auch selber Entscheidungsbefugnisse hat am

00:47:04: Ende?

00:47:05: Ja also ich denke das kann ein Ansatzpunkt sein, einen Punkt der mir dazu noch einfällt ergänzend.

00:47:09: Danke übrigens dass Sie sich darauf eingelassen haben auch mir eine Antwort zu geben auch wenn mir das Frage stellen vielleicht gar nicht so zusteht.

00:47:17: Also ein Punkt der mich noch anfällt ist auch darüber nachzudenken gerade bei den B&T-Leistungen.

00:47:24: Also das eine ist, sprachlich zu vereinfachen.

00:47:27: Wir wissen aber zum Beispiel aus der Praxis auch, dass es manchmal Situationen gibt, in Schulen gesagt wird, da bieten wir hier vor Ort gar nichts an.

00:47:35: Das ist faktisch einfach falsch weil der Anspruch besteht ja unabhängig vom Standort und von der Schule.

00:47:40: Und auch da sind glaube ich... Oder also meine Einschätzung ist, dass nicht alle Akteurinnen die mit der Umsetzung oder den Einzelstritten der Umsetzungen betraut sind gleichermaßen informiert sind um diese Informationen zielgerichtet zuverlässig und frühzeitig an die Eltern heranzutragen.

00:47:57: Und da würde ich mir vorstellen das es auch im Sinne des Landes Berlin ist Um Bildung und Teilhabe weiter voranzutragen um vielleicht auch langfristig Einfluss auf die Bildungserfolge vieler Kinder und junger Menschen zu nehmen hier frühzeitig dafür zu sorgen dass alle Schulen von Schulaufsichtenschulleitungen, Lehrkräften, Sozialarbeiten in allem Team darüber informiert sind.

00:48:19: Wie können Familien zu diesen Leistungen bekommen?

00:48:21: Das auch die Familie frühzeitig gerne in verschiedenen Sprachen und mit einer einfachen Sprache diese Informationen zur Verfügung gestellt bekommen, die ihnen aufzeigen welche Möglichkeiten gibt es für dich wenn du hier Unterstützung benötigst?

00:48:35: wie kannst du die Wege gehen?

00:48:36: wir verschlanken die Wegen und du kommst mit Beginn der Schulzeit zu der Unterstützung die du da brauchst.

00:48:43: Jetzt fällt mir gerade ein, das ist aber natürlich vielleicht für manche komplett verwegener Gedanke einfach die Schulen mit anderen Budgets nochmal auszustatten.

00:48:52: Also sozusagen... Die Eltern müssen die Klassenfahrt nicht selber bezahlen oder die Klassennfahrt muss über BUT beantragt werden sondern die Schule bekommt den Budget um alle zwei Jahre eine Klassenfahr durchführen zu können mit allen Kindern.

00:49:06: Aber wie gesagt, das ist glaube ich für manche Akteure ein ganz verwegener Gedanke.

00:49:09: Dasselbe könnte man auf den schulischen Ganztag übertragen, dass man sagt ihr bekommt halt einen Budget und damit könnt ihr euch vereine quasi einkaufen in Anführungszeichen.

00:49:16: Aber das ist dann jetzt sozusagen auch gar nicht bei meiner Rolle an der Stelle.

00:49:20: aber das wäre glaube ich auch mal einfach.

00:49:21: Und dann hätten wir die Familien abgeholt, die ja immer so im Grenzbereich sind zwischen... Wir haben noch einen Anspruch auf BOT Leistungen und wir haben ihn nicht mehr!

00:49:31: Dadurch, dass wir diese Kosten selber tragen müssen am Ende im Bereich wo man eigentlich sagen müsste dann sind es auch schon wieder bedürftig.

00:49:39: Genau also jetzt gar nicht so in jedes kleine Detail da so weiß ich wenn mir die Klassen voraus nehmen aber grundsätzlich natürlich.

00:49:44: eine andere Ausstellung von Schule würde vieles erleichtern weil Schul ist ein entscheidender Ort was auch später die Zukunftchancen eines Einzelnen immer ganz entscheidend ist.

00:49:54: Und wenn wir uns dann nur angucken, wie momentan die Situation ist.

00:49:57: Wir hatten vor Jahren ja mal eine Erhebung.

00:49:59: Wäre es eigentlich immer von dieser Schulzuspendierung betroffen?

00:50:03: Wen betrifft das denn, die nur teilweise beschult werden und das waren in der Regel häufig auch Kinder deren Eltern nicht deutsche Herkunft sind da wo es Probleme mit der Verständigung gab.

00:50:13: Und im Grunde genommen, was wir momentan hier haben ist ja auch eine Verlagerung.

00:50:18: Das schulische Bedarf, die nicht gedeckt werden können in die Jugendhilfe wandern.

00:50:22: Wenn wir uns jetzt mal das Thema Schulassistenz angucken oder wenn wir das Thema Lerentherapie uns angucken.

00:50:27: Das heißt, im Grunden genommen diese Gelder sind ja nicht wirklich eingespart, wenn man es der Schule nicht zur Verfügung stellt.

00:50:37: Diese Anspruch gerade auch, was ja in der Grundschulverordnung drinsteht.

00:50:40: Diese individuelle Recht auch auf Förderung in Bereichen Mathe und Deutsch.

00:50:45: Wenn man das stärker gleich ins Schule einbinden würde wäre das natürlich für die Kinder viel besser als wenn die Kinder dann im Nachmittagsbereich zu einer Leerentherapie gehen müssen irgendwie da auch noch mitbekommen sie sind anders, sie sind defizitär.

00:50:56: Aber wenn einfach in der Schule, weiß ich mit den Klassenkameraden oder Klassenkameraden die dasselbe Problem hat.

00:51:02: Ich gehe einfach dort noch in einen Klassenraum und habe dort nochmal eine andere Stunde.

00:51:05: Deutsch oder Mathe ist ja fürs Kind auch viel besser und vor allen Dingen weil es dann auch um sozialen Kontext stattfinden würde.

00:51:11: Das muss man auch mal gucken.

00:51:12: im Namen des Bereichs sitzen denn die Kinder dabei bei Therapeuten und haben ja nicht einmal ein Bezug auf Gleichalträge oder wie gesagt beim Thema Schulassistenz.

00:51:21: was meine Kollegin auch gerade gesagt hat Das ist mir auch immer noch mal sehr wichtig, dass viele gar nicht die Regelungen, die das Land Berlin getroffen haben können.

00:51:29: Ich finde persönlich mit der AVUse und der VfV-Schul in Klas sind gute Regelwerke entstanden aber die Ausführung dann runtergebrochen auf die einzelne Bezirke ob es jetzt im Jugendamt oder in den Schulen selber ist bei den Schulämtern oder sonstiges Da kriegt man immer wieder mit, dass diese Regelung da gar nicht einheitlich verstanden werden.

00:51:52: Und da setze ich jetzt gar keinen bösen Willen drauf, sondern vielleicht fällt es ja auch noch eine Übersetzungsleistung.

00:51:57: Ich selber bin gerade vom Land Berlin auch betraut worden zur AFOse zu schulen und was mir dort die Kollegen aus den unterschiedlichen Bezirken berichten wie sie's wahrnehmen... Aber wie sie dann wiederum von ihrer Leitungskraft, die diese Hilfe ja bewilligen muss und was dort wieder für Ideen sind – das ist schon sehr unterschiedlich.

00:52:13: Und das finde ich dann sehr, sehr schade wenn an sich ein gutes Regelwerk geschaffen worden ist aber dann in die Übersetzung zu denjenigen, die dann das Ausführen nicht einheitlich passiert?

00:52:24: Dann haben wir wieder die Situation dass es wirklich manchmal entscheidend ist in welchem Bezirk ich lebe um welche Hilfe in welchen Umfang zu bekommen.

00:52:31: Das sollte in einer Stadt definitiv nicht so sein!

00:52:35: würde gerne Einsatz dazu noch sagen, zu der Eingangsfrage auf Schulen auch mit anderen Budgets ausgestattet werden müssten.

00:52:43: Ich glaube es lohnt sich unbedingt auch eine weitere Ressource ganz genau anzugucken.

00:52:49: wir haben ja an vielen Schulen um wieder zu was Positiven zukommen multiprofessionelle Teams.

00:52:54: Wir haben die Möglichkeit über verschiedene Zugangswege diese sogenannte drei Prozent Regelung in den Bezirken andere Professionen in die Schulen zu holen, auch das Startchancenprogramm was wir von der Bundesebene haben bietet die Möglichkeit im Rahmen der Säule drei in multiprofessionelle Teams zu investieren.

00:53:13: Das wird vielfach genutzt.

00:53:15: Die Schwierigkeit, die wir haben ist dann haben wir die multiprofonialen Teams vor Ort.

00:53:18: Die haben aber nicht die zeitlichen Ressourcen, die fest eingeplant sind um sich in multipprofessionellen Team zusammenzusetzen, klar darüber zu verständigen über ihre Verantwortung.

00:53:29: Über Ihre Einzelaufgaben und die Abstimmung haben keine Möglichkeit zu gemeinsamen Fallbesprechungen oder Fallsupervisionen.

00:53:37: Und ich glaube auch diese Ressourcen lohnt sich wirklich in den Blick genommen zu werden und zu gucken das eines multiprofessionelle Teams einzurichten.

00:53:44: und das andere ist wie müssen sie aufgestellt sein?

00:53:46: vor Ort mit welchen ressourcen auch zeitlicher Natur müssen Sie ausgestattet sein damit sie dann auch gut im Sinne eines multipprofessionellen Teams arbeiten können?

00:53:54: Und wir nicht am Ende zu dem Schluss kommen, ja gut.

00:53:58: Also mehr Personal allein bringt jetzt auch nicht mehr

00:54:00: Qualität.".

00:54:18: dass wir eigentlich zwei verschiedene Rechtsgebiete haben.

00:54:19: Wir haben die Schulgesetze der Länder und wir haben das Sozialgesetzbuch auf der anderen Seite, wie man dann irgendwie miteinander verbezahnen müsste auch im Zusammenhang mit dem beschulischen Ganztag da gerne mal reinhören.

00:54:31: Was ich mich frage – und da haben Sie vielleicht auch als paritätischer vielleicht auch nochmal einen Blick darauf oder eine Einschätzung – wenn Kinder, Familien, Jugend und Bildung sprechen.

00:54:43: Dann gibt es immer so Aufregermediale.

00:54:45: Jetzt kam gerade die Woche die Pisa-Studie raus, die war dann irgendwie so ein Aufreger – da weiß ich aber eigentlich schon – dann ist das auch noch kriegt kein Hahn mehr danach.

00:54:53: Das selber haben wir bei anderen Themen... Die Frage die ich mir immer stelle, warum sind diese Themen nicht wahlentscheidend?

00:55:00: Also warum bleiben sie nicht eng sondern findet man irgendwie immer wieder andere Themen, die dann doch relevanter sind?

00:55:08: Möchten Sie sich da eine Antwort zutrauen?

00:55:10: Ich würde sagen, das müssen sie die Wählerinnen und Wähler fragen.

00:55:13: Also das eine was ich wahrnehme... Sie haben das neulich selber auch gesagt dass es so drei große Wahlthemen gibt in dieser Stadt oder dass der Eindruck entstehen kann, es würde drei große Wahltämen geben.

00:55:24: Das eine ist Mieten und Wohnen, das zweite ist Bildung und das dritte ist die Sauberkeit oder ich hätte jetzt gesagt die Saubergheit in den Bezirken.

00:55:36: Genau, dieser Eindruck kann entstehen.

00:55:38: Wenn wir jetzt... Also ich würde dem erstmal was Positives abgewinnen wollen.

00:55:41: Ich finde wenn Bildung ein großes Wahlkampfthema ist oder in Zeiten vor der Wahl ein großes Thema ist das erst mal etwas Gutes dass wir dahin gucken.

00:55:50: Die Frage ist, was wir am Ende daraus machen.

00:55:52: Und das ist tatsächlich etwas, wo ich denken würde, dass mein Kollege und ich – unsere übrigen Kolleginnen und Kollegen da auch einen Auftrag des Paritätischen darin sehen, dass das, was jetzt besprochen wird, auch nach der Wahl weiterbesprochen wird und wir dann schauen wie können wir denn das, vielleicht auch unter den Aufregern aber vielleicht eher unter den Zukunftsperspektiven zum Beispiel für Bildung besprochen haben?

00:56:16: weiter so in die Debatte bringen, dass wir da ein Stück weit vorankommen und zur Umsetzung kommen.

00:56:20: Die zu einer Verbesserung von Bildung profitieren einfach so viele Menschen in dieser Stadt Kinder-und junge Menschen aber auch die ganzen Familien, die Wirtschaft profitiert am Ende auch davon.

00:56:30: also wir können das jetzt beliebig weit fortspinnen in die Zukunft gerichtet sodass ich glaube es sollte insgesamt ein hohes Interesse daran bestehen bildungen und das was wir jetzt besprechen auch nach der Wahl noch zu besprechen.

00:56:44: Ja, kann ich nur bestätigen.

00:56:45: Und warum das so ist?

00:56:46: Das ist wirklich schwer zu sagen welche Gründe das sind aber das begegnet ja nicht nur in diesem Thema.

00:56:53: Das erlebt man ja mal mehr dass gewisse Themen eine sehr geringere Halbwertzeit bekommen und man hat auch das Gefühl von Jahr zu Jahr wird diese halbwert Zeit immer geringer dass wirklich Themen noch irgendwie ausreichend besprochen werden.

00:57:06: Von daher kann ich auch wirklich nur hoffen, dass es so bleibt und wir müssen doch immer mal gucken.

00:57:09: Es wird immer häufig gesagt Kinder- und Jugendhilfe und das ganze Schulsystem wird immer teurer.

00:57:16: für meinen Bereich gesprochen.

00:57:17: Ich habe mir die Zahlen angeguckt wie die Entwicklung der letzten fünf Jahre war zwischen den Ausgaben der Hilfen zur Erziehung der Eingliedungshilf und dem Berliner Haushalt Und der ist seit Jahren konstant gleich.

00:57:28: Also das entwickelt sich nie, ja wir bewegen uns im HZD-Bereich immer so um die zwei Prozent von Beliener Gesamthaus.

00:57:33: halt und dann muss ich

00:57:35: halt...

00:57:36: Hilfen zur Erziehung und natürlich auch, aber da gehört auch schon ein bisschen die Eingliederungshilfe nach v.a also von daher wir müssen uns dann auch einfach als Gesellschaft fragen bei diesen zwei Prozent ist es das wert oder nicht?

00:57:48: Und ich denke mir, dass es eine Zukunftsentscheidung ist.

00:57:51: Natürlich hat man überall Dinge, die zu finanzieren sind.

00:57:55: Wir hatten gerade das Thema Sauberkeit in der Stadt – auch das kostet natürlich Geld Alles richtig, das ist klar und deswegen kann ich auch nur appellieren.

00:58:04: Wir haben in Berlin immer viele Ideen und es ist gar nicht mal schlecht gemeint aber es kommen häufig eine Idee nach der anderen und wir gucken nie wirklich danach wie was anderes schon gewirkt hat.

00:58:16: und ich denke wir sollten uns einmal diese Zeit nehmen und mal genau überlegen wie wir unsere Mittel wo einsetzen.

00:58:23: und da halte ich natürlich nicht nur, weil es mein Bereich ist aber ich halte immer die Kinder und Jugendlichen das Wichtigste.

00:58:29: Weil das einfach die Zukunft des Landes ist.

00:58:33: Sonst können wir gerne überlegen, wir sparen jetzt den einen Euro oder wie ich vorhin schon gesagt habe denn taucht der eine Euro dann aber langfristig an anderer Stelle wieder auf und ist ja vielleicht schon ein Euro-Fünfzig und dann kommen wir dazu dass das eigentlich nichts gebracht hat.

00:58:48: Ja von daher Ja, kann ich nur hoffen dass nach der Wahl dann gleich wieder vor der Wahl dauerhaft bleibt und wir ein Thema auch mal wirklich ausreichend bearbeiten.

00:58:58: Und da langfristig auch mal nicht nur in einer Legislatur denken sondern mal wirklich auch wieder den Mut haben Leute zu finden die sagen Wir gucken uns dieses Thema an auf.

00:59:08: wenn das jetzt vielleicht nicht gerade gut für meine Umfragewerte ist aber langfristige glaube ich fest daran dass es sich dadurch etwas bessern würde.

00:59:16: War das jetzt schon ihr Abhilfe?

00:59:18: Für meine nächste Frage, was die Aufgaben für das Jahr zwölf und sechsundzwanzig bis zwei tausenddreißig sind?

00:59:26: Also Teiljahr.

00:59:28: Das ist wirklich etwas, was in Berlin sehr auffällig ist, dass es immer viele Ideen gibt, die auch umgesetzt werden.

00:59:36: Das führt zu einer Überlastung nicht nur an den Jugendämtern sondern auch bei den freien Trägern, die sich ständig darauf etwas Neues einstellen müssen.

00:59:42: und da würde ich wirklich sagen... dass es natürlich gut ist, auf aktuelle Situation zu reagieren.

00:59:48: Aber bitte nicht nur kurzfristig!

00:59:52: Dann ist grundsätzlich mein Wunsch, dass die Bezirke einheitlicher agieren, das es nicht entscheidend ist in welchem Bezirk ich lebe, sondern dass überall das Gleiche umgesetzt wird.

01:00:02: und ja, was ich auch vorhin schon angedeutet habe, dass wieder dieses Vertrauen zwischen den ganzen Akteuren die tätig sind, also sowohl der Senatzeit, den bezüglichen Vertretern, den freien Trägern und auch den Verbänden.

01:00:18: Dass es da wieder ein gutes vertrauensvolles oder ein stärkeres gutes Vertrauensfulles miteinander gibt als jetzt gibt – das wären so meine Wünsche für die nächste Legislatur.

01:00:27: Ich habe auch noch ein paar Wünsche für die Schulbezogene Jugendhilfe, aber auch insgesamt für das soziale Berlin.

01:00:32: Ich würde vorab einmal darauf verweisen dass wir als paritätischer berlin auch gerade eine Broschüre veröffentlicht haben Die heißt berlin besser machen und die Wir sind ja hier stellvertretend auch vor allem für zwei fache Verrate innerhalb des paritätischen.

01:00:44: wir sind Aber ja noch deutlich mehr menschen die deutlich mehr bereiche vertreten Und in der brochure sind auch nochmal die forderung Für alle anderen Bereiche ver treten.

01:00:52: Das geht dann auch über die eingliederungshilfe über die kindertagesbetreuung Also, straffälligen Hilfe.

01:00:58: Alle Bereiche sind damit drin und ich finde das wichtig da auch den Blick zu weiten.

01:01:04: Ich würde mir aber trotzdem insgesamt auch nochmal wünschen dass wir Präventionen nicht als eine freiwillige Kühe betrachten hier in Berlin.

01:01:12: Wir sind viel damit beschäftigt was die akuten Krisenlagen und Probleme sind Dass wir wegkommen von der Entweder oder Debatte hin zu einem sowohl als auch und vor allem im Bereich der Jugendarbeit sehen wir, dass dann schnell debattiert wird.

01:01:29: Ja gut, wenn wir die Schulstation jetzt nicht kürzen soll es dann die Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen treffen.

01:01:36: Wir wollen die Bereiche nicht gegeneinander ausspielen sondern es braucht beides und da müssen wir gucken wie das zuverlässig stattfinden kann.

01:01:42: und das Dritte ist wirklich den Bedarf vor die Kassenlage zu setzen also sich grundsätzlich darauf zu verständigen.

01:01:48: wir wollen alle gemeinsam davon gehe ich aus ein soziales Berlin in dem alle gut leben können.

01:01:54: und dann ist die Frage was braucht's dafür?

01:01:58: Und Wie können wir das umsetzen?

01:02:00: Ich war in dieser Woche bei einer Veranstaltung, bei der ein Zukunftsforscher auch teilgenommen hat.

01:02:07: Der nochmal gesagt hat Wir können total gut mal eine Weile damit verbringen Auch gerne einen ganzen Tag auf alles zu schimpfen was nicht läuft wirklich alles zu benennen und das gelingt uns in der Regel total gut.

01:02:21: Wir benennen alle mal, was richtig furchtbar ist.

01:02:23: jetzt hätte ich beinahe nicht gute Worte in den Mund genommen.

01:02:27: Genau!

01:02:28: Und wir schimpfen mal den ganzen Tag und fluchen lassen mal die ganzen Frust raus und am zweiten Tag überlegen wir uns dann okay jetzt haben wir das mal alles rausgelassen und ins Luft gemacht.

01:02:37: wie müsste es denn sein damit es gut wäre?

01:02:40: Und das ist tatsächlich schon eine relativ anspruchsvolle Übersetzungsleistung, diesen Schritt gemeinsam zu gehen und dann als Drittes zu überlegen.

01:02:48: Okay?

01:02:48: Und wie kommen wir jetzt dahin?

01:02:50: Nicht diffizitär orientiert am ersten Tag zu gucken okay es ist alles blöd, dann zu sagen okay und wir haben kein Geld.

01:02:57: ich glaube damit kommen wir nicht weiter im Sinne der Zukunftsforschung, ich mache es mir überhaupt nicht an diese Disziplinen hier vertreten zu können.

01:03:07: Ein bisschen offener ranzugehen und erstmal zu gucken was wünschen wir uns?

01:03:12: Und dann zu überlegen wie wir da hinkommen.

01:03:15: Ich finde total spannend.

01:03:16: also wurde alles unterschreiben weil sie gerade gesagt haben um die Pym beziehungsweise gesagt ist jetzt Episode Hundertdreißig.

01:03:24: Also ich hatte ja schon ein paar Leute an diesem Mikrofon und ich wurde allen Personen die getroffen habe unterstellen dass sie was wirklich Gutes wollen, aber da sind so viele Perspektiven mit dabei.

01:03:35: Wo ich mich auch ganz oft frage wie viele Perspective muss man da eigentlich zusammenbringen und irgendwie unter einen Hut kriegen damit wir uns am Ende irgendwie ... dann wenn man am Ende wirklich weiter kommt?

01:03:46: Na ja, dann machen wir doch mal ein Gedankenexperiment.

01:03:48: Wir organisieren eine Tagung genau mit diesen hundertdreißig Menschen und wenn wir am Tag zwei immer noch nichts bei rauskommt, dann haben wir tatsächlich keine Chance mehr!

01:03:55: Wir laden den Zukunftsforscher dazu ein.

01:03:58: der begleitet nämlich genau solche Experimente Und versuchen wir, weil wir kommen... Also ganz im Ernst.

01:04:03: Ich glaube darin liegt Fluch und Segen gleichzeitig.

01:04:06: Das ist Herausforderung aber auch Stärke dieser Stadt, dass wir so viele unterschiedliche Perspektiven hier in Berlin haben.

01:04:13: Und das ist ein Aushaltungsprozess.

01:04:15: Wir merken, dass der immer herausfordernder wird.

01:04:18: Das schließt uns, glaube ich alle mit ein.

01:04:20: Und ich glaube aber, dass es genau diese Anstrengung auch lohnt um zu gucken wie wir zu einem möglichst guten Konsens kommen.

01:04:26: Ich würde mich total gerne mit den hundertdreißig Menschen zusammensetzen und zu gucken, wie das aussehen kann!

01:04:33: Jetzt haben Sie gerade was gesagt, da wollte ich nochmal nachhaken, weil ich weiß gar nicht ob's darauf irgendwie... jetzt habe ich den Faden verloren.

01:04:44: Ich finde das beruhigend, dass Ihnen das passiert?

01:04:47: Ja ne, mir ist tatsächlich grad der Faden verlor in den Gang.

01:04:49: Zackt irgendwo

01:04:50: weg ist.

01:04:50: er hat den Kontext mitgenommen.

01:04:55: Es fällt mir bestimmt nach diesem Gespräch wieder ein.

01:05:00: Ich danke Ihnen!

01:05:04: Zumindest mit meinen Fragen, die ich mich hier aufgeschrieben habe sind wir erst mal so weit durch.

01:05:08: Aber vielleicht haben Sie noch – jetzt fällt mir noch ein anderer Punkt ein – vielleicht wollen Sie noch was zum Schluss sagen und wünschen?

01:05:15: Mitgeben?

01:05:17: Noch in die Welt versenden ohne dass ich etwas

01:05:18: gefragt hab?

01:05:23: Eine Sache würde ich gerne noch loswerden.

01:05:24: Wir sitzen ja hier stellvertretend für den Paritätischen und für unsere Referate, sitzen aber stellvertreten damit auch vor allem für unsere Mitgliedsorganisationen hier die sich trotz der widerigen Bedingungen auf die wir ja vielfach eingegangen sind setzen sie sich täglich für die Menschen in dieser Stadt ein.

01:05:44: Das verdient auch Wertschätzung.

01:05:46: und wenn ich noch eine Sache sagen kann am Ende, dann würde ich mir wünschen dass diese Wertschätzungen vielfach auch bei den Trägern und bei den Mitarbeitenden ankommt.

01:05:57: Ja also dem ist ja schon fast gar nichts mehr hinzuzufügen außer das wirklich nochmal zu bestätigen.

01:06:02: und auch gerade wenn wir so an Stade denken denn kriegt man vielleicht auch mal eine Idee was es denn alles bedeutet für die den den Stade grad nichts mehr sagt.

01:06:12: Das war dieser Vorfall, wo Mitarbeiter des Jugendamtes und eines freien Trägers umgebracht worden sind im Rahmen eines eigentliche Aushandlungsgesprächs.

01:06:24: Und das ist etwas was unseren Kolleginnen von den Freien Trägern und auch vom öffentlichen Seite häufig am Alltag begegnet dass sie wirklich gegen große Widerstände immer wieder versuchen da positiv ihren Arbeitsauftrag, den Sie da haben mit viel Kreativität und auch Zuneigung zu den Kindern und Jugendlichen oder Erwachsenen.

01:06:50: Wie meine Kollegin gesagt hat der Parität ja, er sorgt sicher nicht nur um Kinder und Jugendliche in dieser Stadt sondern auch um pflegebedürftige und ältere Menschen, um behinderte Menschen, behinderte der wachsenden Menschen.

01:07:01: Und von daher das ist denke ich etwas was viel zu wenig Anerkennung im Alltag bekommt dass man auch daran einfach mal denkt, dass diese Menschen dafür sorgen, dass in dieser Stadt das Miteinander weiterhin funktioniert.

01:07:13: Okay dann würde ich hier in dieses Mikrofon noch ein Dankeschön und ganz viel Liebe hineinsprechen an alle die jetzt gerade sozusagen von ihnen gemeint worden sind, die sich hier in der Stadt für ihre Mitmenschen engagieren würden damit den Sack für heute zu machen, diese Episode an dieser Stelle beenden.

01:07:29: Ich danke Ihnen beiden alles Gute weiterhin.

01:07:32: liebe Hörer und Hörern.

01:07:33: gerne fürs vielen Dank fürs Wiedereinschalten wenn Sie mögen aber gerne bis zum nächsten Mal.

01:07:37: dann nach der Wahl und vielleicht ein letzter Appell gehen sie wählen.

01:07:42: dem schließen wir uns an und danken ebenfalls.

01:07:44: ja dank schönen Tag noch

01:07:50: herzlich Dank fürs wieder einschalten.

01:07:51: mein Name ist Marco Fechner.

01:07:54: in diesem Podcast beschäftige ich meine Gäste mit der Frage wie die Lebensqualität und die Gegenwart und Zukunft von Kindern, Jugendlichen und Familien in dieser Stadt Berlin verbessert werden können.

01:08:04: Hierfür komme ich ins Gespräch mit Menschen die in Bildungseinrichtungen arbeiten also beispielsweise im Kitas oder den Schulen aber auch mit Menschen, die in der beruflichen Bildung tätig sind und ich spreche mit politisch verantwortlich.

01:08:15: Diesen Podcast produziere ich seit dem Jahr hier in Deutschland bis zum Ende des Jahres.

01:08:19: Das heißt es gibt niemanden der Einfluss nimmt auf die Inhalte, auf die Redaktionslinie oder auf die Frage der Gästerauswahl.

01:08:26: Und um diese Arbeit auch im Jahr zwar das in siebenundzwanzig fortführen zu können habe ich einen kleinen Crowdfunding auf meiner Webseite eingerichtet bei dem mich sehr freunde wurde.

01:08:33: wenn Sie meine Arbeit mit einem kleineren oder vielleicht einer größeren Betrag unterstützen möchten www.marcofechner.de.

01:08:39: slash support.

01:08:41: und jetzt noch ein kleiner Hinweis Die Musik für diesen Podcast schlampt

01:08:44: von frametrack.de.

01:08:45: Herzlichen Dank!

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